Im Pfarrmuseum entdecken Besucher bedeutende Werke sakraler Kunst – darunter Statuen und Gemälde aus rund 700 Jahren regionaler Geschichte…
Das Ahrntal
Das nördlichste Tal Südtirols ist für uns mehr als eine schöne Kulisse: Es ist ein Lernraum unter freiem Himmel. Natur, Geschichte, Handwerk und Gemeinschaft werden hier nicht im Buch nachgelesen, sondern mit allen Sinnen erlebt – und daraus entsteht Wissen, das bleibt.
Mühlegg
..ist ein Dorf im Dorf am Ende von St. Johann (Länge von 7 km) und kurz vor Steinhaus. Es fehlt uns hier an nichts: Wir haben eine kleine Kirche vom Bergrichter-Hof, einen Minimarkt, Konditorei Christian stellt Kaffee und frisches Gebäck bereit, viele Wanderwege führen zu den Almhütten, den Wasserfall mit der berühmten Platter-Wand mit Gravuren, sogar einen Hexensteig, wo es viel zu erleben gibt. Außerdem gibt es ein Mineralienmuseum und Schnitzer Klaus.
Steinhaus
Steinhaus ist der Hauptort der Gemeinde Ahrntal – und der Ort, an dem die Geschichte des Kupferbergbaus greifbar wird. Im Bergbaumuseum, untergebracht im alten Kornkasten, lässt sich nachvollziehen, wie hart und wie technisch anspruchsvoll die Arbeit unter Tage einmal war.
Gleich daneben beginnt das Wander- und Skigebiet Klausberg mit Alpine Coaster und Zipline, ein Stück weiter oben liegt der Klaussee als beliebtes Wanderziel. Geschichte und Bergerlebnis liegen hier dicht beieinander.
St. Johann
St. Johann ist die größte Ortschaft im Tal und liegt ungefähr in seiner Mitte. Die Barockkirche zählt zu den schönsten der Region und lohnt schon für sich einen Blick auf Baustil und Ausstattung.
Dazu kommen Erlebnisse direkt vor der Haustür: der Hexensteig mit Wasserfall, Kletterfelsen und Bärenhöhle für kleine Abenteurer – und der Klettergarten „Kofler zwischen den Wänden“.
Der Ort ist zudem Heimat der Brüder Oberkofler: Joseph Georg wurde als Dichter bekannt, Johann Baptist als Priester und Maler, dessen Fresken die Friedhofsarkaden schmücken.
Prettau
Ganz hinten im Tal liegt Prettau, die nördlichste Gemeinde Italiens. Jahrhundertelang bestimmte hier ein einziger Rohstoff das Leben: Ab dem 15. Jahrhundert wurde Kupfer abgebaut, zeitweise arbeiteten fast alle Männer des Dorfes im Berg. Das ehemalige Bergwerk ist heute als Schaubergwerk zugänglich, im Klimastollen tief im Inneren wird die reine Luft sogar zur Atemwegstherapie genutzt.
Als der Bergbau 1893 zum Erliegen kam, verlor das Dorf seine Existenzgrundlage. Drei junge Frauen erlernten daraufhin in Wien das Klöppeln; kurz darauf öffnete im Ort eine Klöppelschule, die bis heute besteht. An kaum einem anderen Ort lässt sich so unmittelbar nachvollziehen, wie eine Gemeinschaft auf einen wirtschaftlichen Bruch reagiert.
Kasern
Kasern ist der letzte Weiler des Ahrntals: Auf rund 1.600 Metern endet die Straße, dahinter beginnt der Naturpark Rieserferner-Ahrn. Ganz in der Nähe entspringt die Ahr, die das gesamte Tal durchzieht. Im Naturparkhaus geben ein großes Landschaftsrelief und eine Ausstellung einen Überblick über Natur, Handwerk und Leben am Talschluss.
Über dem Weiler steht die Heilig-Geist-Kirche, 1455 geweiht und seit 1919 die nördlichste Kirche Italiens. Sie war Rastplatz für Säumer, Knappen und Pilger, die den Tauernübergang nach Norden nahmen. Wo heute ein Wanderweg beginnt, verlief über Jahrhunderte eine wichtige Verbindung über die Alpen.
Luttach
Bekannt ist Luttach für das Krippenmuseum Maranatha, eine der größten Krippenschauen Europas, und für die Schnitzkunst, die im Tal lange Tradition hat. Wer sehen möchte, wie aus einem Stück Holz eine Figur wird, bekommt hier einen unmittelbaren Eindruck von echtem Handwerk.
Gleich talauswärts, in Drittelsand, schwebt die Kabinenbahn auf den Speikboden, den Panoramaberg des Tals: Oben führen Höhenwege bis zum Aussichtsturm auf 2.400 Metern.
Weißenbach
Von Luttach führt eine Straße hinauf ins idyllische Weißenbachtal. Weißenbach liegt abseits der Durchgangsroute – ein Ort für alle, die es ursprünglich mögen. Die Kirche stammt aus dem 16. Jahrhundert und birgt einen sehenswerten Flügelaltar.
Rund um das Dorf verlaufen die „Gesundheitswege“: Stationen für Bewegung, Kräuter und Kneipp-Anwendungen machen aus einer Wanderung eine kleine Lehreinheit über Körper und Natur.
St. Jakob
Über St. Jakob wacht eine gotische Dorfkirche auf einer Anhöhe. Vor ihr steht ein Brunnen, der 2003 aus einem einzigen großen Felsblock gehauen wurde; die zugehörige Figur ist bewusst nach Santiago de Compostela ausgerichtet.
So erinnert der Ort an die alte Nord-Süd-Pilgerroute – ein guter Aufhänger, um über den Jakobsweg, über Himmelsrichtungen und über die Frage zu sprechen, warum Menschen seit Jahrhunderten zu Fuß über die Alpen ziehen.
St. Peter
St. Peter liegt hoch und offen, seine Kirche ist schon von Weitem zu sehen. Rund um das Dorf stehen stattliche, alte Bauernhöfe, die zeigen, wie Menschen hier über Generationen mit Hanglage, Höhe und langem Winter gewirtschaftet haben.
Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen. Wer von hier aufbricht, spürt rasch, was Landwirtschaft am Berg bedeutet – und warum jeder Fleck Wiese für die Bauern zählt.
Sand in Taufers und Kematen
Am Taleingang des Ahrntals, wo sich der Talkessel weitet, liegt Sand in Taufers mit dem Weiler Kematen. Über dem Ort thront Burg Taufers, eine der größten und besterhaltenen Burgen Südtirols: Rittersaal, Verlies und Bibliothek machen Geschichte hier unmittelbar begreifbar.
In Kematen stürzen die Reinbach-Wasserfälle in mehreren Kaskaden zu Tal, die höchste Stufe misst gut 40 Meter; vom Ortsteil Winkel führt der Franziskusweg als Besinnungsweg an den Fällen entlang hinauf zur Franz-und-Klara-Kapelle.
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